Fußball-Regelhüter des IFAB beraten über mögliche Regeländerungen bei den Auswechslungen im Zusammenhang mit Kopfverletzungen

 Stellungnahme der Gesellschaft für Sport-Neuropsychologie (GSNP)

Die Gesellschaft für Sport-Neuropsychologie begrüßt die aktuelle Diskussion des International Football Association Board (IFAB) zu Regeländerungen im Fußball, um Spieler nach einer möglichen Gehirnerschütterung besser zu schützen.

Die bisher geltende Drei-Minuten-Regel ist in den meisten Fällen nicht ausreichend, um mit hinreichender Sicherheit zu beurteilen, ob ein Spieler eine Gehirnerschütterung erlitten hat. Mehr Zeit und Ruhe zur Prüfung physiologischer und kognitiver Parameter ist unabdingbar. Um eine Benachteiligung der Mannschaft dabei zu minimieren, ist die avisierte neue temporäre oder flexible Wechselmöglichkeit zu begrüßen. Im amerikanischen Nachwuchsfußball wird diese Regelung bereits seit Jahren erfolgreich praktiziert. Auch wäre eine neutral durchgeführte Untersuchung ein positiver Schritt, um den Druck auf Mannschaftsärzte zu reduzieren und mögliche Interessenskonflikte zu vermeiden.

Insgesamt nimmt die Datenlage internationaler Studien über die Risiken von Kopfverletzungen im Fußballsport zu und dieses Thema damit in den internationalen Fußballgremien an Fahrt auf. Diese Entwicklung und damit die aktuelle Chance auf eine Einführung von Regeländerungen sind aus fachlicher Sicht zu begrüßen.

Der Vorstand der GSNP e.V.

Vorsitzender Gerhard Müller, Dipl.-Psych.

Vorsitzende Daniela Golz, Dipl.-Psych.